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Expert briefing: 10 ways Euler Hermes can respond to Covid-19

Ralph Lerch, head of export finance origination and forfaiting at DZ Bank outlines 10 measures Euler Hermes can implement to help mitigate the impact of Covid-19 on the export finance market.

For the English translation, please see below: 

TXF hat Entscheidungsträger und Influencer in Export Finance nach den Folgen von COVID-19 auf die Industrie und mögliche Maßnahmen
zur Verbesserung von Finanzierungsrahmenbedingungen für Banken, ECAs und Exporteure gefragt. Nachfolgend hat Ralph Lerch, Head Export Finance Origination & Forfaiting der DZ BANK AG und langjähriger Chairman der Export Credit Working Group des EBF seine Ideen im Hinblick auf mögliche Sofort-Maßnahmen für das Hermes-Instrumentarium zusammengefasst.

Wir möchten Sie/Euch einladen, mit uns gemeinsam in einen Austausch einzusteigen. Dominik Kloiber, TXF Co-Founder und Ralph würden
sich freuen, in einem Video-Chat am kommenden Donnerstag, 26.03. mit Ihnen/Euch dazu zu diskutieren. Bei Interesse an einer Teilnahme bitte eine Email an [email protected]com, Koordinaten folgen.   

10 Maßnahmen, mit denen das Hermes Exportförderinstrument wirksam dazu beitragen könnte, die negativen Auswirkungen von COVID-19 auf deutsche Exporte zu reduzieren:

Exportkreditgarantien des Bundes sind ganz besonders dann im Fokus, wenn weltwirtschaftlich dunkle Wolken aufziehen. Auch wenn es noch zu früh ist, die Auswirkungen der aktuellen COVID-19-Pandemie abzuschätzen, liegt schon auf der Hand, dass exportorientierte Unternehmen mit einem massiven Nachlassen von Nachfrage auf den Weltmärkten zu kämpfen haben werden und sich Auftragsbücher leeren. Finanzierungen mit Hermes-Deckung können diesen Prozess nicht komplett auffangen, aber dafür sorgen, dass Exporteure weiterhin Aufträge erfolgreich realisieren oder gewinnen. Das hat sich während der Finanzkrise 2009 zuletzt sehr bewährt, als der Bund im Rahmen des Konjunkturpaketes II eine Reihe von Maßnahmen zur Verbesserung der Exportförderung beschlossen hatte, die nun auch als Vorbild dienen können, um die Folgen von COVID-19 einzudämmen. Aus dem Vergleich mit anderen ECAs und Gesprächen mit Exporteuren könnten aus meiner Sicht folgende Maßnahmen exportorientierten Firmen wirksam helfen:

1) Einführung einer Forfaitierungsgarantie zur Abdeckung der Veritätsrisiken beim Ankauf von Lieferantenkreditforderungen

Lieferantenkredite unter Einzeldeckungen oder Ausfuhrpauschalgewährleistungen sind gerade für mittelständische Unternehmen eine gute Möglichkeit, Aufträge und Umsätze zu sichern. Aufgrund der komplexen Vorschriften zur Eigenkapitalunterlegung sind Banken jedoch nur sehr limitiert in der Lage,
solche Forderungen anzukaufen. Eine Absicherung der Veritätsrisiken der Exporteure durch den Bund im Rahmen einer Forfaitierungsgarantie analog zur G9 Deckung der OeKB würde dagegen vielen mittelständischen Unternehmen Zugang zu zusätzlicher Liquidität öffnen. Der Nutzen dürfte auch deshalb
erheblich sein, da es an alternativen Finanzierungsmöglichkeiten für kleinteiliges Exportgeschäft für mittelständische mangelt.

2) Temporäres Aussetzen des Malus bei Selbstbehalt und Prämie in der Ausfuhrpauschalgewährleistung

Unternehmen, die aufgrund ungünstiger Schadensverläufe im Rahmen ihrer apg bereits auf höhere Selbstbehalte und Entgelte eingestuft sind, sollten temporär ab 01.04. für mind. 1 Jahr wieder auf 5 % SB und das Standardentgelt eingestuft werden und auch im Anschlussjahr noch nicht wieder an den
jeweiligen Schadensverlauf angepasst werden. Die aktuelle Praxis führt dazu, dass Unternehmen, die bereits mit Malus eingestuft sind, nur sehr selektiv Neugeschäft in die apg einbringen können, um eine weitere Verschlechterung der Konditionen zu vermeiden. In Anbetracht der aktuellen Situation sollte
dieser auf Schadensminderung incentivierende Aspekt ausgesetzt werden.

3) Reduzierung des Selbstbehaltes für Avalkreditdeckungen von 20 % auf 5 %  

Aktuell ist damit zu rechnen, dass Unternehmen wieder verstärkt ihre Linien bei Banken ziehen (müssen), was zu höheren Inanspruchnahmen führt. Käufer von deutschem Equipment dürften wiederum ein höheres Interesse daran haben, sich im aktuellen Umfeld abzusichern, ob nun bei Ausschreibungen,
Anzahlungen oder Gewährleistungen, die Nachfrage nach Avalen steigt. Der Spielraum für ausreichende Avallimite, um Auslandaufträge zu bewältigen, wird sich demnach verringern. Eine Reduzierung des SB für die Avaldeckung dürfte dazu beitragen, solche Engen gerade für mittelständische Unternehmen
zu verhindern. Banken werden ihren Kunden auch weiterhin mit Avalkrediten auf eigene Rechnung zur Verfügung stehen, schwierig dürfte es aber bei größeren Aufträgen, bei SMEs und in ohnehin angespannten industriellen Sektoren (Automotive) werden.

4) Ausweitung der marktfähigen Risiken auf die Industrieländer (im Rahmen der OECD)

In ähnlichem Maße, wie seinerzeit während der Finanzkrise ist zu beobachten, dass sich der private Versicherungsmarkt besonders schnell und rigoros aus den von COVID-19 besonders offensichtlich betroffenen Branchen und Ländern zurückzieht, was insbesondere für den Handel innerhalb Europas eine
schnelle Reduzierung von Kapazität zur Folge haben dürfte. Deshalb wäre es sehr wünschenswert, wenn sich der Bund im Rahmen der OECD für eine erneute Erweiterung der marktfähigen Risiken für kurzfristige Absicherungen einsetzt.

5) rückwirkende Berücksichtigung von bereits gelieferten Maschinen für Bestellerkredite bis zu 2 Jahre sofern der Käufer im aktuellen Umfeld in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät

In aktuellen Projekten deutscher Exporteure mit ausländischen Kunden, die durch COVID-19 in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, sollte Hermes analogzum Multi-tied Programm der SACE auch die Möglichkeit einräumen, noch bis zu 2 Jahre rückwirkend und nachträglich zu erfolgten Lieferungen Bestellerkredite
zu begleiten, um die Folgen zu mildern. In der aktuellen Hermes Praxis sind in Ausnahmefällen mehrere Wochen und Monate zurückliegende Lieferungen
akzeptiert worden, was aber in Anbetracht der Ausmaße der aktuellen Krise nicht ausreichend erscheint.

6) Einführung von "Shoppinglines"

Einer Einführung von Shoppinglines steht wohl aktuell nichts im Wege - hier handelt es sich um ein Instrument, mit dem gerade erfahrene und regelmäßig in Deutschland einkaufende Unternehmen enger an deutsche Wertschöpfung gebunden werden können. Das Instrument könnte zur rechten Zeit kommen, wenn
in der Folge von COVID-19 auch starke - und bislang weniger auf ECA-gedeckte Finanzierungen fokussierte - Blue Chips in Emerging Markets wieder auf langfristige Finanzierungen zurückgreifen.

7) Verbesserung der Ausgestaltung der Verbriefungsgarantie analog Pfandbriefdeckung zur Verbesserung der langfristigen Funding-möglichkeiten 

Trotz der bereits angekündigten Maßnahmen von Zentralbanken, Liquidität in die Märkte zu senden, wird der Zugang zu mittel- und langfristiger Liquidität sofort ein begrenzendes Element für wettbewerbsfähige Finanzierungslösungen - insbesondere im USD, in dem ca. 80 % der weltweiten ECA-gedeckten
Finanzierungen kontrahiert werden. Der Bund hat vor 2 Jahren das Instrument der Pfandbriefdeckung überarbeitet und dabei die Risiken der finanzierenden Banken für Pfandbriefgläubiger übernommen, was zu einer Verstetigung der Nutzung geführt hat. Pfandbriefdeckungen sind aber nur für den engen Bereich
des im gleichen Institut begebenen Pfandbriefs eine Lösung und nicht für externes Funding durch Dritte. Eine analoge Anpassung der bewährten Verbriefungs-garantien würde dazu führen, dass erhebliche zusätzliche Liquidität durch Hypotheken- oder andere Pfandbriefbanken, durch Versicherer oder Pensionskassen
für Hermes-gedeckte Finanzierungen nutzbar gemacht werden könnten. Bislang profitiert nur die KfW für das Hermes Refi Programm von einer erweiterten Verbriefungsgarantie, womit aber die Übernahme der inhärenten Risiken praktisch präjudiziert ist.

8) Erweiterung des Scopes für den UFK

Die bereist vorgesehene Erweiterung des Scopes des UFK hat möglicherweise weniger akuten Impact zur Reduzierung der COVID-19-Folgen, könnte aberein wichtiges Signal sein, Hermes-gedeckte Finanzierungslösungen in der Krise wieder zu entdecken und in sehr volatilen Märkten für Rohstoffe und
Wechselkurse für Stabilität sorgen. Auch die Erweiterung des UFK auf die Unterstützung der Transition zu mehr Nachhaltigkeit sollte in diesem Zusammenhang weiterverfolgt werden.

9) Anrechnung der nach OECD Konsensus möglichen Reduzierung des Entgeltes (15 %) bei vereinbarten Sicherheiten (Credit Enhancements)

Der OECD Konsensus sieht die Möglichkeit vor, das Hermes-Entgelt zu reduzieren, wenn mit dem Kreditnehmer Sicherheiten vereinbart werden. Das können z. B. dingliche Sicherheiten auf das gelieferte Equipment ein. In der bisherigen Hermes Praxis ist das bislang eher unüblich bzw. auch nicht vorgesehen,
den nach dem OECD Konsensus möglichen Rahmen zu einer Reduzierung des Hermes-Entgeltes komplett auszuschöpfen. Der Bund sollte im aktuellen Umfeld aber alle Möglichkeiten ausschöpfen, die Finanzierungskosten zu reduzieren.

10) Einmalentschädigung für NPL Loans spätestens nach 7 Jahren, bevor zusätzliche Kosten entstehen

Die regulatorisch geforderte Bildung von Risikovorsorge auf Hermes-gedeckte Kredite spätestens ab dem 7. Jahr eines Schadens dürfte keinen Einfluss auf die Bereitschaft von Banken haben, Hermes-gedeckte Kredite auch weiterhin herauszulegen. Sie verteuert aber mittel- bis langfristig die Finanzierung. Aus diesem Grund wäre es sinnvoll, auch dieses Hindernis jetzt aus dem Weg zu räumen, durch die Einrichtung der Möglichkeit einer Einsummenentschädigung im Schadensfall spätestens nach 7 Jahren.

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On 26 March, TXF will gather decision makers and market players across the export finance space to discuss the impact of Covid-19 on the industry, as well as what actions need be taken to improve the financing framework conditions for banks, ECAs and exporters. 
Ralph Lerch, head of export finance origination and forfaiting of DZ Bank, and long-standing chairman of the Export Credit Working Group of the EBF, will present his ideas for possible imminent measures for Euler Hermes' financial toolkit. Lerch, alongside Dominik Kloiber, TXF’s co-founder, would like to e-invite you to join the exchange to discuss this topic in a video chat next Thursday. If you are interested in participating, please send an email to [email protected]com (more details to follow).    

There are 10 measures (below) with which the Hermes export promotion instrument can effectively contribute to reducing the negative effects of Covid-19 on German exports:
Federal export credit guarantees are particularly important when the global economy is in the clouds. And even if it is still too early to estimate the true effects of the current Covid-19 pandemic, it is already clear that export-oriented companies will be significantly impacted.
We will have to contend with declining demand on the world markets and empty order books. Financings with Hermes cover cannot completely absorb this process, but rather ensure that exporters continue to successfully realise or win orders. This was the case during the financial crisis in 2009, when the Federal Government introduced a series of measures to improve export promotion as part of the second economic stimulus package, which can now also serve as a model to reduce the consequences of Covid-19. The following measures, alongside discussions with exporters and ECAs, could, in my view, effectively help export-oriented companies:

1) Introduction of a forfaiting guarantee to cover the forfeiting risks when purchasing supplier credit receivables

Supplier credits under specific policies or whole-turnover policies are a good option for small and medium-sized enterprises (SMEs), in particular to secure orders and sales. However, due to the complex regulations on capital adequacy, banks are only able to do this to a very limited extent, to purchase such receivables. The coverage of the exporter's dilution risks by the Federal Government within the framework of a Forfaiting Guarantee to be set up could be similar to the G9 cover of OeKB. Such guarantee would open up access to additional liquidity for many medium-sized companies. The benefit should also be significant, as there is a lack of alternative financing options for small-scale export business for medium-sized companies.

2) Temporary suspension of the malus for uninsured percentage and premium in the Whole-turnover Policy (apg)

Companies which, due to unfavourable claims experience, have already been rated for higher deductibles and charges as part of their apg track record should temporarily from 1 April for at least 1-year shift to 5% self-service and the standard charge again, and also not to be returned to be adapted to the respective course of damage. The current practice means that companies that are already classified with malus are only very selectively notify new business under their apg in order to avoid a further deterioration in conditions. In view of the current situation this aspect, which normally provides a valid incentive for harm reduction, should be suspended.

3) Reduction of the deductible/residual risk for corporate bonding line cover from 20% to 5%


At present, it can be expected that companies will (have to) increasingly draw their lines at banks again, which will lead to higher drawdowns. A buyer of German equipment is likely to have a greater interest in securing itself in the current environment, whether through tendering, down payments or warranties, the demand for guarantees will be increasing. The scope for sufficient bonding/guarantee limits to handle foreign orders will therefore decrease. A reduction of the residual risk for such bonding cover should help to reduce such bottlenecks, especially for SMEs to prevent it. Banks will continue to provide their customers with bonding lines/guarantee credits for their own account, but it is likely to be difficult with larger contracts, in SMEs and in already tight industrial sectors (automotive).

4) Extension of marketable risks to industrialised countries (within the OECD framework)


To a similar extent as during the financial crisis, it can be observed that the private insurance market is developing particularly quickly and rigorously and has withdrawn from the sectors and countries most obviously affected by Covid-19, which is particularly important for trade within Europe should it result in a rapid reduction in capacity. It would therefore be highly desirable if the Federal Government were to commit itself within the OECD to the further expansion of marketable risks for short-term cover.

5) Retrospective consideration of machines already delivered for buyer credits of up to 2 years provided that the buyer has been credited and the current environment gets into economic difficulties


For German export-orientated projects with foreign customers who get into financial difficulties due to Covid-19, Hermes should, analogously look to SACE’s multi-tied programme, which offers the possibility of granting buyer credits for up to 2 years retroactively and retrospectively for deliveries made to mitigate the consequences. In the current Hermes practice, in exceptional cases deliveries made several weeks or months in the past have been accepted, but this does not seem sufficient in view of the extent of the current crisis.

6) Introduction of "shopping lines"


At the moment, there is probably nothing standing in the way of the introduction of shopping lines - this is an instrument with which especially experienced and regularly updated shoppers can purchase from German companies and be more closely linked to German added value. The instrument could come at the right time if as a result of Covid-19, strong blue chips in emerging markets - which had previously focused less on ECA-covered financing – also return to using long-term financing.

7) Improve the structure of the securitisation guarantee to third parties analogous to Pfandbriefdeckung (2in1 model) in order to improve long-term funding possibilities


Despite the measures already announced by central banks to send liquidity to the markets, access to medium and long-term liquidity is immediately a limiting element for competitive financing solutions - especially in the USD, where about 80% of global ECA-covered financing may be contracted. Two years ago, the Federal Government revised the instrument of 2in1 securitisation guarantees, thereby covering the risks of the financing banks towards creditors, which has led to a stabilisation of its use. However, a securitisation guarantee in line with the covered bond legislation is at the moment only available for banks who are acting as lender and issuer of the covered bond in one entity (2in1 model) and not for third party funding. An analogous adjustment of the proven securitisation guarantees would result in considerable additional liquidity being provided by mortgage or other Pfandbrief banks, insurers or pension funds, and this could be made available for Hermes-covered financing. So far, only KfW is benefiting from an extended wording of such a securitisation guarantee, but this practically precludes the assumption of the inherent risks.

8) Extending the scope for the UFK


The already planned extension of the UFK's scope may have a less acute impact on the reduction of Covid-19 episodes, but could be an important signal to rediscover Hermes-covered financing solutions during the crisis and to make them available in very volatile markets for raw materials and exchange rates provide stability. In this context, the extension of the UFK to support the transition to more sustainability should also be pursued further.

9) Crediting of the possible reduction in the fee (15%) for agreed collateral (credit enhancements)


The OECD Consensus provides for the possibility of reducing the Hermes fee if collateral is agreed with the borrower. They can, for example, provide real security, e.g. pledges on the equipment delivered. In Hermes' practice to date, this has been rather unusual or sometimes not even planned (to make full use of the framework for reducing the Hermes fee that is possible according to the OECD consensus). In the current environment, the federal government should but exhaust all possibilities to reduce the financing costs.

10) One-time indemnifiction for non-performing loans (NPLs) after seven years at the latest, before additional costs arise


The formation of risk provisions for the covered part of Hermes-covered loans as required by the regulatory authorities from the seventh year of a loss at the latest should not have any influence to the willingness of banks to continue to issue Hermes-covered loans. However, it makes financing more expensive in the medium to long term. For this reason, it would make sense to remove this obstacle now, too, by establishing the possibility of a one lumpt sum indemnification in the event of default, after seven years at the latest.      

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